Motive für unser Ernährungsverhalten erkennen |Ernährungspsychologie |Außenreizsteuerung

Aktualisiert: 18. Apr. 2020


Wenn wir klein sind, verfügen wir über die Fähigkeit unseren Konsum von Nahrung, vollständig auf unseren Bedarf anzupassen, sprich wir verlangen nach Nahrung, wenn Hungersignale eintreten und hören auf, wenn Sättigungssignale eintreten. Anders ausgedrückt, gelingt es uns als Säugling bis ins Kindesalter zu 100% auf unsere inneren Signale zu hören und diese intuitiv als „hungrig“ bzw. „satt“ zu deuten.


Doch was geschieht wenn wir älter und selbstständig werden?

Wir sind nicht mehr darauf angewiesen, dass unsere Eltern uns füttern, sondern wir können frei entscheiden wann, und was wir essen. Je Älter wir werden umso mehr „Außenreiz gesteuert“ handeln wir. Durch Erfahrungen die wir als Kind oder Teenager gemacht haben, sind bestimmte Lebensmittel, mit Emotionen und deren Erinnerungen verbunden.


Wenn wir zum Beispiel als Kind immer Schokolade bekommen haben, wenn wir hingefallen sind, und uns eingetrichtert wurde, dass dies den Schmerz heilen wird, werden wir als Erwachsener, bei Enttäuschungen, Misserfolgen und schlechten Zeit zu Schokolade greifen, um damit dann unseren emotionalen Schmerz heilen zu wollen.

Doch auch der leckere Geruch, das leckere Aussehen und der ständige Zugang zu jeglichen Nahrungsmitteln aller Art beeinflusst, dass wir vermehrt Außenreizgesteuert handeln. Wir haben einfach nicht genug Disziplin an der Bäckerei mit den leckeren Naschereien vorbeizugehen, nur weil wir die Köstlichkeiten sehen, und allein die Vorstellung Sie zu essen uns ein gutes Gefühl gibt. Häufig bleibt dieses gute Gefühl nach dem Konsum ungesunder Lebensmittel jedoch nur kurzfristig und schlägt dann in ein schlechtes Gefühl bzw. ein schlechtes Gewissen um.


Die gute Nachricht ist, wir müssen kein „Opfer“ dieser Außenreize sein. Wir können unsere Motive erkennen und verstehen und darauf aufbauend Strategien entwickeln, wie wir der Versuchung widerstehen können.

Es ist möglich Disziplin zu trainieren und sich nicht länger von Außenreizen lenken zu lassen.





Doch nicht nur die Außenreize beeinflussen unsere Nahrungsentscheidungen, sondern auch unsere bewusst getroffen Entscheidungen, also kognitiv gesteuerte Ernährungsregeln die wir uns setzen. Vielleicht haben wir in einer Fachzeitschrift gelesen, dass bestimmte Nahrungsmittel nicht gut für unsere Gesundheit sind, und treffen somit die bewusste Entscheidung, diese nicht weiterhin zu konsumieren. Diese Entscheidung würde dann auf einer rationalen Denkweise beruhen. Vielleicht haben wir aber auch durch Lernprozesse erfahren, dass unser Magen bestimmte Sachen nicht verträgt, und wir verzichten daher zum Beispiel auf bestimmte Lebensmittelgruppen.



Entwicklung unseres Ernährungsverhaltens über unsere Lebensspanne




Motive für unsere Lebensmittelauswahl

Wir alle haben eine ganz individuelle Ernährungsgeschichte. Jeder ist mit anderen Esskulturen, Sitten und Ritualen aufgewachsen.

Motive sind ganz allgemein ausgedrückt nach Definition:

„Gründe die zu einer Handlung führen“.

Die Motivation ist demnach die Gesamtheit aller Motive.


Wenn du deine Ernährungsgeschichte analysiert, wirst du deine Motive erkennen können und aktiv daran arbeiten können die weniger guten Motive aufzulösen und die guten Motive weiterzuentwickeln.





Liste einiger möglicher Motive

  • Hungergefühl (wie macht sich dieses bemerkbar?)

  • Geschmacksanspruch (Genuss ist das wichtigste)

  • Ökonomisches Denken (Sonderangebote)

  • Kultur & Tradition (Omas Plätzchen zu Weihnachten)

  • Emotionen (Wut, Trauer, Einsamkeit)

  • Soziales Umfeld (Freunde, Kollegen, Partner)

  • Angebotslage (Mensa etc.)

  • Gewohnheiten (Automatisch?)

  • Fitnessüberlegung (zum Muskelaufbau)

  • Diätüberlegungen (Abnehmen wollen)

  • Gesundheitsüberlegungen

  • Medien (Was essen die Promis)

  • Schönheitsideale (was essen die Vorbilder)

  • Pädagogische Gründe (Belohnung fürs Lernen)

  • Neugier (Drang neues zu probieren)

  • Krankheitserfordernisse (XY wegen einer Krankheit vermeiden)

  • Angst (davor zuzunehmen oder krank zu werden)

  • Wissen (aus Büchern, Zeitschriften etc.)

  • Angebliche Wirkung der Lebensmittel (Selleriesaft zum Entschlacken)

  • Trends (Chiasamen, Smoothiebowls)



Mit dem Wissen über die Existenz dieser Motive ist es möglich unser eigenes Verhalten einmal zu analysieren, und zu erforschen warum wir essen was wir essen. Ich empfehle dir, einmal einige Tage Zeit zu nehmen und dich bei jeder Mahlzeit zu fragen, was dein Motiv dahinter ist.

Schnell wirst du erkennen, ob du eher ein emotionaler-Esser, Gewohnheits-Esser, oder Trigger-Esser bist.


Wenn du erstmal erkannt hast, wie du funktioniert hast du eine gute Grundlage geschaffen, mit der du deine Ernährungsgewohnheiten verändern kannst.





Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag gefallen und weitergeholfen hat.

Ich stehe sehr gerne für eine Ernährungsberatung zur Verfügung. Schreibe dafür gerne an vanessa.coaching@yahoo.com .


Eure Vanessa :-*



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