Warum Disziplin uns das Leben leichter macht | Wie entwickelt man Disziplin?


Warum ist Disziplin so wichtig?

Alle Menschen, die sehr erfolgreich sind in dem was Sie tun, verfügen über eine ausgesprochen starke Selbstdisziplin. Psychologen wie Roy Baumeister haben vor vielen Jahren entdeckt, dass unsere Disziplin wie ein Muskel funktioniert, der nach einer gewissen Beanspruchungszeit ermüdet ist. Ebenso können wir unsere Disziplin wie einen Muskel trainieren und die Ausdauer und Leistungsfähigkeit durch kontinuierliches Training erhöhen.

Wenn man sich unsere Gesellschaft einmal ansieht, sieht man schnell, dass sehr viele nur über eine geringe Selbstdisziplin verfügen. Dies erkennt man daran, dass Sie verschuldet sind, finanzielle Probleme haben, Übergewichtig sind, Drogen- oder Alkoholabhängig sind, oder in sonstige Süchte verfallen oder sich ungesund Ernähren und Ihre Ziele nicht erreichen.

Mangelnde Disziplin zerrt enorm an unserer Energie und im Alltag kriegen wir das zu spüren, indem unser innerer Kritiker uns den ganzen Tag selbst dafür verurteilt, dass wir nicht das tun, was wir eigentlich erreichen wollen.

Disziplin ist gleichzusetzen mit Freiheit. Wer über genügend Disziplin verfügt, ist schließlich in der Lage seine Ziele zu erreichen und sich dadurch seine Träume zu verwirklichen und seine Vorhaben wahr zu machen. Hat jemand hingegen mangelnde Disziplin, sagt er immer nur, dass er etwas tun will, schafft es dann aber nicht die Dinge in die Tat umzusetzen.





Disziplin entwickeln

1. Automatisiere Dinge die du täglich tust

Routinen und tägliche Rituale sind Goldwert. Denn Dinge die automatisch ablaufen erfordern keine Energie, und jede einzelne Entscheidung bei der wir Gehirnressourcen verbrauchen raubt uns Energie, die uns dann am Ende des Tages fehlt, und dafür sorgt, dass wir schlechtere Entscheidungen treffen oder schwach werden.


Selbst Entscheidungen die nicht mit der vermeidlichen Sache tun haben, rauben uns die Energie die wir dafür benötigen. Deswegen empfehle ich zum Beispiel, jeden Tag nahezu die gleichen Dinge zu essen, die gleichen Klamotten zu tragen, die gleiche Bahn/den gleichen Bus zu nehmen, die gleiche Morgen- und Abendroutine zu haben und so weiter. Denn alles was automatisiert abläuft erfordert keine mentale Energie und wir können diese Energie dann nutzen, um die Dinge zu tun für die wir wirklich Willenskraft benötigen, und die nicht von selbst ablaufen. Dieser „Verbrauch“ unserer mentalen Energie nennt man auch „Ego-Erschöpfung“ bzw. „Ego-Depletion“.

Konkret bedeutet das nichts anderes, als dass unsere Willenskraft wie ein Muskel von Entscheidung zu Entscheidung schwächer wird, bis am Ende des Tages nichts mehr übrig ist, und wir mit einem Eimer Eis, Wein und Netflix auf der Couch sitzen, weil wir „ja so erschöpft sind“ von all den Entscheidungen die wir über den Tag treffen mussten.

Dass deine Willenskraft erschöpft ist, merkst du daran, wenn es dir schwerfällt einfache Entscheidungen zu treffen und du „hin und hergerissen bist“ welche Option du wählen sollst, auch wenn es um Kleinigkeiten oder noch so banale Dinge geht, wie zum Beispiel welche Sorte Äpfel du kaufst.


  • Für die Praxis: Automatisiere so viele Dinge wie nur möglich. Deinen Arbeitsweg, dein Frühstück, die Uhrzeit wann und wo du isst, wann du welche Dinge im Haushalt erledigst, etc. Das wird dir dabei helfen deinen mentalen Entscheidungsmuskel nicht schon Tagsüber zu erschöpfen und du wirst am Abend noch die Willenskraft übrig haben, um Dinge zu tun die dir schwerfallen, zum Beispiel zum Sport gehen, an deinem Buch schreiben, an einem Projekt arbeiten oder deine Mahlzeiten für den nächsten Tag vorzubereiten.




2. Lenke deinen Blick auf das Langfristige

Eine der größten Schwächen der menschlichen Natur ist, dass wir häufig die kurzfristige, aber sofortige Belohnung der langfristigen großen Belohnung vorziehen. Wenn dein übergeordneter Wunsch im Leben zum Beispiel ist dich gesund, fit und vital zu fühlen, dann sind auf Mikroebene tägliche, kleine Dinge dafür nötig, damit du diesen übergeordneten, großen Wunsch auf Makroebene wahrwerden lassen kannst. Das heißt, all die kleinen Dinge die du täglich tust wirken sich darauf aus. Zum Beispiel ob du dich jeden Tag von gesunden & frischen Lebensmitteln ernährst, Sport treibst, an die frische Luft gehst oder an deiner persönlichen Weiterentwicklung arbeitest. Gibst du hingegen jeden Tag den kleinen Versuchungen nach, zum Beispiel auf der Couch zu bleiben, anstatt Sport zu treiben, Donuts und Kuchen oder Fertigprodukte zu essen, anstatt die gesunden Alternativen zu wählen, so wählst du bewusst die kurzfristige Belohnung, die dir für den Moment zwar ein gutes Gefühl gibt, dich jedoch langfristig weiter von deinem Wunsch gesund zu bleiben entfernt.


Daher ist es wichtig, dein Übergeordnetes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dieses Ziel muss dir wirklich wichtig sein und das Erreichen muss dir etwas bedeuten. Wenn es dir nicht wirklich wichtig ist, wirst du es wahrscheinlich nicht schaffen die nötigen kleinen Schritte tagtäglich zu gehen.

Was ist dir wichtiger? Langfristig gesund und fit zu sein, dich wohlzufühlen in deinem Körper, oder für 5 Minuten Freude zu empfinden, während du das Stück Kuchen isst?

Versteh mich nicht falsch, natürlich kann man sich ab und zu mal Kuchen oder ähnliches gönnen, aber es sollte nicht die Regel sein.


  • Für die Praxis: Stelle dir das Gefühl, was du hast, wenn du dein Ziel erreicht hast einmal vor. Alle unsere Ziele sind letztlich mit einem Gefühl verknüpft was wir empfinden möchten. Halte dir dein übergeordnetes Ziel täglich vor Augen und sorge dafür, dass du jeden Tag daran erinnert wirst etwas dafür zu tun. Und wenn dein Wille einmal Schwach wird, erinnere dich an das Gefühl, welches dahintersteckt, und stelle dir vor, wie es wäre schon am Ziel angekommen zu sein.



3. Überlege was dir wichtig ist, und wofür du bereit bist mehr Energie aufzuwenden

Wie du jetzt weißt, ist deine tägliche mentale Energie begrenzt. Du kannst die Energie ebenfalls schonen, indem du ihr weniger Gewicht gibst. Und das machst du, indem du das tust, was du GERNE tust. Dinge die wir nicht gerne tun erfordern sehr viel mehr energetischen Aufwand. Manchmal müssen wir jedoch erst in etwas besser oder fortgeschrittener werden, um die Sache lieben zu können. Dafür musst du den etwas anstrengenderen Beginn des Ganzen in Kauf nehmen. Nach einer Zeit lernst du die Sache zu lieben, vorausgesetzt es ist dir wirklich wichtig und du stehst voll und ganz dahinter.


Frage dich:

· Was will ich erreichen & wie will ich mich dabei fühlen?

· Bin ich bereit die kleinen Schritte täglich zu gehen, um mein Ziel zu erreichen?


  • Für die Praxis: Es hat sich bewährt, dass das Setzen von Zielen Wirkung hat. Du solltest dein Ziel am besten verschriftlichen und irgendwo, wo du täglich erinnert wirst festhalten. Vielleicht klebst du dir einen Spruch oder ein Bild an den Kühlschrank oder deinen Spiegel, wo du es täglich siehst & dann fange an die kleinen Schritte täglich zu gehen die dich deinem Ziel näherbringen.





"Habe ein festes Ziel, aber bleibe flexibel auf dem Weg dorthin."
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